Schnüffeldienst warnt Firmen bei Erwähnung in Weblogs

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Heise.de schreibt heute:

Die Angst vor Bloggern scheint in der Industrie umzugehen. Unternehmen, die es nicht versäumen wollen, wenn ihre Namen oder Produkte in Weblogs, also Online-Tagebüchern privater Site-Betreiber, auftauchen, können durch Abonnieren des neuen Schnüffeldienstes BlogSquirrel vom US-Anbieter CyberAlert die Inhalte von über 100.000 Blogs überwachen lassen.

Mit einem solchen Service will CyberAlert Unternehmen eine Art Frühwarnsystem bereit stellen, um von missliebigen Äußerungen in beliebten Web-Tagebüchern so schnell wie möglich Kenntnis zu erhalten und beispielsweise ihre Rechtsabteilungen umgehend in Marsch setzen zu können, bevor die betreffenden Inhalte in der Netzgemeinde die Runde gemacht haben. Es geht um „problems and issues that may threaten corporate or brand reputation“, also Inhalte, die den guten Namen eines Unternehmens oder seiner Marken in den Schmutz ziehen könnten. Damit das nicht ganz so negativ klingt, ergänzt CyberAlert noch, man könne in den Weblogs ja auch etwas finden, das neue Möglichkeiten zur Produktentwicklung und zum geschäftlichen Wachstum eröffne.

Wie amerikanische Marktforscher berichten, haben Blogs in den vergangenen Monaten einen wachsenden Einfluss auf die öffentliche Meinung gewonnen. Dementsprechend soll in der Industrie das Interesse am ständigen Überwachen der beliebteren einschlägigen Sites gewachsen sein. Wie sich diese Form des Belauerns von Blogs mit dem in den USA so hoch gehaltenen Recht auf „Free Speech“ verträgt, sei dahingestellt.

Insbesondere die letzte Frage stellte sich mir gestern bereits, als ich den Link zum Squirrel anderenorts gesehen habe. Ausserdem denke ich nicht, dass man sich durch negative Berichterstattung über ein Produkt oder ein Unternehemen rechtlich angreifbar macht. Als Radar für Firmen mag diese Form der Blogüberwachung dennoch interessant sein, wobei aber auch Dienste wie Technorati vergleichbare Informationen liefern können – und das kostenlos.

2 Kommentare

  • Kann man da nicht mit dem Urheberschutz entgegen kommen? Man stellt die Infos im Blog für Internetbesucher bereit, aber nicht für derartige Agenturen …

  • wegen der rechtlichen Angreifbarkeit muß man vermutlich nur eine kleine Regel beachten: niemals sagen, daß ein Produkt Mist ist, sondern das man denkt/empfindet/meint, daß das Produkt ist …

    dann hat man es klar als Meinung dargestellt – und nicht als Tatsache …

Oliver Wagner von Oliver Wagner

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