Google: Finger weg von unseren 404 Seiten!

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Es gibt eine neue Version der Google Toolbar für den Internet Explorer (Version 5.0 beta). Diese bringt unter der Haube ein neues Feature mit, dass selbst Matt Cutts zu einem eher zurückrudernden neuen Kommentar veranlasste.

In diesem Falle bin ich auch der festen Überzeugung, dass der Suchmaschinen-Gigant hier einen deutlichen Schritt zu weit geht: Die neue Toolbar erkennt vom Webserver zurückgegebene Fehlermeldungen und springt dem User automatisch zur Hilfe, wenn ein 404 Fehler, also „Seite nicht gefunden“ zurückgeliefert wird.

Statt dieser Fehlermeldung vom Webserver liefert Google eine eigene Seite aus (siehe Screenshot oben) – auf dieser Seite wirft Google ein paar vermeintlich passende Links aus und bietet natürlich ein eigenes Suchfeld an. Wenn der Seitenaufruf mit Parametern erfolgt, werden diese automatisch in das Suchfeld übernommen.

Dieses Eingreifen können informierte und interessierte Nutzer theoretisch über ein paar Änderungen in den Settings abstellen – aber wir wissen doch alle, dass bei 99% der Nutzern stets die Standard-Werte beibehalten werden.

Und auch die Betreiber einer Webseite können diese Funktion unterbinden, in dem sie eine individuelle 404 Seite erstellen und auf dem Webserver ablegen. Wichtig ist, dass diese größer als 512 Bytes sein muss, damit die Toolbar dieses Dokument für wichtig genug erachtet und statt der eigene Seite anzeigt.

Diese Optionen zum Umgehen dieses „Features“ vorausgeschickt kann ich nur nochmals betonen, dass dieser Eingriff nach erstem nachdenken ziemlich ungeheuerlich ist, denn Google ersetzt bestehenden Content (mal unabhängig von der Qualität desselben) durch eigene Inhalte, leitet Nutzer von einer Webseite um in die eigene Suche – und verhindert Seitenaufrufe beim legitimen Adressaten eines Surfers, dadurch vielleicht sogar das Auftauchen dieser Seite in den Errorlogs – und somit letztlich auch die Korrektur des Fehlers, so es sich darum handelt.

Ich kann mich nur der Empfehlung von Matt Cutts anschließen – wer dieses Feature nicht möchte, sollte die Toolbar nicht installieren. So sieht es wohl aus.

via techmeme

9 Kommentare

  • Ich kann mir auch gut vorstellen, dass einige User (meine Eltern zum Beispiel) von einer solchen Meldung irritiert werden könnten, da auf einmal eine Meldung mit Google-Logo erscheint, obwohl sie es nicht erwarten. Mit den „normalen“ 404-Seiten sind die Anwender ja inzwischen vertraut.

    Ich hoffe das Google diese Funktion bald als Optional integriert, so dass es vom Anwender erst explizit aktiviert werden muss. Somit sind zumindest Verwirrungen auf User-Seite ausgeschlossen. Ansonsten ist Google auch nicht besser, als so mancher große Software-Konzern, der gerne über die Anwender hinweg irgendwelche komischen Sachen treibt.

  • […] Man strengt sich an, um Besucher auf die Seite /den Blog zu bekommen und dann passiert eben so ein Error 404 und schwupps wird die neue Toolbar von Google diese Besucher umleiten nämlich auf Google […]

  • Das unfassbare ist doch, dass per Google-Suche die User leicht auf eine andere Seite gelockt werden, statt dass der User nachsieht, ob er womöglich die Adresse falsch eingegeben hat und der Fehler bei ihm selbst liegt. Die Google-Suche ist doch bequemer.
    Vielen Dank für dne Hinweis mit der individualisierten 404 Seite und den 512 Bytes! Werde die in zukunft standardmäßig einsetzen.

  • […] ich auf diversen Seiten gelesen habe, “klaut” die Google Toolbar wohl die Fehlerseiten (wie […]

Oliver Wagner von Oliver Wagner

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