iPods, Qualitätsjournalismus und das Telemediengesetz

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Für das kommende Jahr zeichnet sich eine Novellierung des Telemediengesetzes ab. Von Blogs, aber auch von Podcastern wird zukünftig sowohl ein Impressum, als auch die Einhaltung des Pressekodex erwartet.

Echter Qualitätsjournalismus also, der nun auch dem gemeinen Blogger abverlangt wird.

Wie gut es um die Qualität des deutschen Journalismus mancher Orten bestellt ist, zeigt eindrucksvoll ein jünst erschienener Kommentar zu Microsofts neuem DRM Gadget Zune in der Welt. Dort liest man:

(..) Apple behandelt die bisher 67,6 Mio. iPod-Käufer alles andere als zuvorkommend: Das Gerät wird mit einem Spezial-USB-Kabel an den eigenen Rechner angeschlossen, das mit Absicht in kein anderes Gerät sonst passt und kann keine – weitverbreiteten – MP3-Dateien abspielen.

Offensichtlich hat die Verfasserin dieser Zeilen nicht nur nicht recherchiert, sondern hat schlichtweg überhaupt keine Ahnung von dem Thema, dessen sie sich widmet. So kommt sie schließlich zu ihrer nahezu sinnfreien Quintessenz:

Zune von Microsoft ist das erste ernst zu nehmende Konkurrenzprodukt das dem iPod Marktanteile abnehmen kann. So spielt Zune alle gängigen Musikformate ab und erlaubt auch den Austausch von Liedern – ein entscheidender Vorteil im Vergleich zum iPod. Das dürfte auf jeden Fall bei Jugendlichen gut ankommen.

Vielleicht fehlt in der Gesetzesnovelle eine Ergänzung die sich vor allem den Journalistendarstellern widmet und eine eindeutige Kennzeichnung ihrer Artikel und Sendungen vorsieht? So ließe sich auf einen Blick erkennen, ob tatsächliche und nach dem Pressekodex valide Information feilgeboten wird, oder eben nicht.

10 Kommentare

  • Jetzt schreibe ich hier schon einen Kommentar zu einem Beitrag, dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist (geistiger Vermerk: Onkel, du bloggst zuviel…).
    Eigentlich wollte ich nur meinen Beifall kundtun. Thumbs up!

  • […] Original post by agenturblog.de […]

  • Ist das geil, lach mich kaputt.
    Kann ja auch nicht funktionieren, wenn man den iPOD an das intigrierte Navigationssystem im Smart anschließen will.

  • Evtl. könnt ihr mich aufklären… aber ich finde gerade Ziffer 2 und 3 sind für Leute die einfach mal eben so ein Text schreiben – darin ihre aktuellen Eindruck/Meinung/usw. ausdrücken schwer einhaltbar….

    okay wenn ich ein testbericht schreibe sollte es evtl. etwas sorgfälltiger sein als im genanten bsp. aber die meisten von uns sind private Leute mit einem Blog und keine Journalisten?!

  • @ Robert:

    Das ist doch grade der Witz an der Sache.
    Zum einen sollen künftig Blog nach dem Pressekodex gestaltet werden (wobei es sich um einen Kodex handelt) und Die Jornalistin (ich gehe davon aus das sie dafür auch noch bezahlt wird) schreibt kompletten Müll, halt sich dabei weder an den Kodex noch an ein altes Sprichwort was sagt „Schuster bleib bei deinen Leisten“.

    Deshalb schreibe ich auch nichts über Atomphysik, Eisschollenkunde in der Antaktis oder der Aussenpolitik vom Kongo. Weil ich schlicht und ergreifend keine Ahnung davon habe. Das gilt übrigens auch für Fußball =)

  • Eigentlich schade Falk, über Atomphysik wollte ich eigentlich immer schon mal etwas von Dir lesen!

    @Robert: Mit dem was Du sagst hast Du ja recht, genau das wollte ich mit meinem Beitrag auch aufzeigen:

    – Natürlich und zu recht gibt es eine Anspruch an die inhaltliche (und durchaus auch formell) Ausgestaltung eines journalistischen, also professionellem und somit auch zumeist kostenpflichtigem Erzeugnis.

    – Leider werden viele Medien diesem Eigenanspruch nicht ansatzweise gerecht, nicht zuletzt bietet so alleine die Bild täglich genug Inhalte für Korrekturen im Bildblog, ein weiteres gutes Beispiel ist auch die von mir zitierte iPod/Zune Besprechnug aus der Welt.

    – Blogs, und damit kommen wir zu Deiner Frage, sind sicherlich anders zu behandeln, insbesondere wenn sie primär privater Natur sind und sich nicht zwingend an eine breite Öffentlichkeit wenden. Allerdings kann diese Öffentlichkeit auch ganz plötzlich und wider Erwartens kommen – nämlich genau dann, wenn man über ein aktuell sehr heißes Thema schreibt, oder aber Informationen veröffentlicht, zu denen sonst vielleicht nicht jeder Zugang hat. Somit sollte man durchaus einige Aspekte des Kodex im Hinterkopf haben, schaden kann es sicher nicht, rechtlicher Ärger wird vielleicht auch minimiert…

  • Da stellt sich mir die Frage, in wie weit ein Kommentar auch dem Pressekodex unterliegt. Denn hier geht es ja nicht um einen sachlich recherchierten Artikel, sondern um einen Kommentar – und ist auch als solcher klar gekennzeichnet. Auf Blogs angewendet würde das ja dann bedeuten, daß nicht nur der Beitrag sauber recherchiert werden muß, sondern diese Anforderung auch für jeden Kommentar gilt!

  • Jetzt seid halt nicht so. Eine arme Journalistin, die eh keine Zeit hat, muss sich doch auf die Informationen in den bunten Pressemappen verlassen können.
    *lol*

    Der Pressekodex für Blogs wäre für die privaten Blogger schwierig, aber für die Verbraucher gut. Ich habe gerade eine Studie bei mir zitiert, laut derer vertrauen 31% der europäischen Internetnutzer privaten Weblogs mehr als Unternehmen.
    Also wäre es für die Leser gut, wenn in einem Blog nur wahre und gut recherchierte Sachen drin stehen würden. Ist halt, wie dein Zitat auch zeigt, anscheinend nur sehr schwer sicherzustellen und macht non-profit-bloggen uninteressant.

Oliver Wagner von Oliver Wagner

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