Reboot 9 – der zweite Tag

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Den Vormittag des zweiten Tages eröffnete Stowe Boyd mit einem Vortrag über den Flow. Dabei streift er die Themen Aufmerksamkeitsökonomie, Konnektivität (The Buddy List is the Center of the Universe), Multitasking etc. Wie wichtig ist Konzentration auf eine Sache, bzw. wie weit können wir unsere Neuronen programmieren, vieles parallel zu tun – und das dabei gut? Was kann das für Systeme die auf Ruhe und Fokussierung setzen (bspw. Schule) bedeuten? Eine der Kernthesen ist: Ein gutes Netzwerk, ein guter Flow, spült wichtige Informationen zu den Menschen für die sie relevant sind – ganz ohne, dass man aktiv danach sucht. Das Netz wird immer mehr zu einem sozialen Zufluss an Informationen – auf allen Kanälen und ohne Unterbrechung. Dies wird zunehmend den Menschen beeinflussen, das eigene Netzwerk definiert uns: Luckily, it is a better state of consciousness
than the one we leave behind.

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„Quantum mechanics and web design“ war das Thema von Dan Dixon. Anschließend hörte ich Håkon Lie von Opera zu The web everywhere. Wir sahen eine gute Einführung in HTML5, in neue CSS Features, die native Integration von Ogg Vorbis in kommende Versionen von Opera, einen Ausblick in das Publishing Framework Prince und künftige Perspektiven von Webfonts, Microformats, den Acid2 Test, die verschiedenen Opera Versionen (PC/Mac, Mobile, Devices, Opera Mini), Opera Widgets etc.

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Julian Bleecker sprach im Anschluss über New Interface Rituals. Er führte in das Thema anhand von Untersuchen aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts ein, in dem Bauarbeiter untersucht wurden und ihre Arbeitsabläufe untersucht wurden. Weniger effiziente Vorgänge wurden optimiert, sowohl um die Produktionsgeschwindigkeit zu erhöhen, aber auch um die Arbeiter zu schonen. QWERTZ – ist das aktuelle Tastaturlayout etwas, was durch entsprechende Optimierung unsere Arbeitsabläufe erleichtern kann?

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Nach der Mittagspause gab es ein Interview mit Dave Winer, einer der Väter des aktuellen Webs. Er steht für Entwicklungen von Blogs, Ping-Servern, RSS 2.0 und RSS Enclosures (heute Podcasts), OPML, Un-Conferences etc. Selbst bezeichnet er sich als Hacker of Change oder Media Hacker (letzteres steht auch auf seiner Visitenkarte). Auf die Frage, warum er all seine Ideen nicht patentiert sagte er: Er trifft sich nicht gerne mit Anwälten. Ausserdem – und das ist sicher der zentrale Grund – liebt er es, wenn seine Visionen umgesetzt und implementiert werden. Ohne Hindernisse. An RSS und Podcasts erfreut er sich jeden Tag. Das ist wichtiger als etwas Geld zu machen. Hört man dieser Tage leider selten.

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Im Rahmen einer Micropräsentationen stellte unter anderem John Buckman (CEO von Magnatune und Creative Commoms Director) sein Projekt Bookmunch vor: ein weltweiter Service, der kostenloses Austauschen gelesener Bücher ermöglicht. Sehr cool sind dabei die Bookmarklets für Amazon. Klickt man auf einer beliebigen Produktseite auf den Link, statt auf den Warenkorb Button, werden die derzeit kostenlosen Varianten des entsprechenden Buches gezeigt. Natürlich muss man auch Bücher versenden um Credits zu sammeln.

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2 Kommentare

  • […] des MP3 Standards), John Buckman (Aufsichtsratmitglied bei Creative Commons – habe ich auf der Reboot mit einem interessanten Vortrag gehört), Christoph Janz (Pageflakes), Lorenz Bogaer (Netlog), Simon Willison (Co-Erfinder des Django Web […]

  • […] sprach John Buckham, den ich unlängst bereits in auf der Reboot in Kopenhagen hören durfte. Im Gegensatz zu vielen der anderen Präsentationen sprach er sehr offen über die Fehler […]

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