Au revoir Webhits

Statistiken sind aus meiner Sicht für den Betreiber einer jeden Webseite oder auch eines Blogs essentiell. Hier im agenturblog habe ich schon über die unterschiedlichsten Tools und Trends in diesem Themenkomplex geschrieben. Relativ wenig Aufmerksamkeit habe ich dabei dem kleinen Counter Webhits beigemessen – schlichtweg weil es nie etwas über neue Features, Funktionen oder Innovationen zu berichten gab. Dennoch nutze ich den bezahlten Service auf einigen meiner Seiten. Insbesondere auf unserer Agenturseite zählte Webhits über fast 10 Jahre den Traffic. Und einfach weil die Vergleichbarkeit mit einem so alten und großen Datenbestand sinnvoll sein kann, habe ich auch das Agenturblog seit seinem bestehen, mittlerweile also seit 1.100 Tagen über Webhits zählen lassen.

Parallel trackt natürlich auch das kostenlose Google Analytics die Seite, ausserdem sieht sich 103Bees die Entwicklung des organischen Suchmaschinentraffics an und Mint gibt als auf dem eigenen Server zählende Instanz Statistiken in Echtzeit aus. Mit anderen Worten: Kein Mensch braucht Webhits, lediglich aus historischen Gründen machte es für mich einen Sinn. Genug Sinn, 18 EUR im Jahr für diesen Service auszugeben.

Nur erreichte mich vor einigen Tagen eine Mail, die mich auf die anstehende Verlängerung meines Abos hinwies. Allerdings nicht für den Standardtarif, sondern für 356 EUR pro Jahr. Denn mit derzeit durchschnittlich 3.700 Besuchern pro Tag falle ich in eine ganz andere Preiskategorie. Ein größeres Leistungsspektrum gibt es nicht, es werden auch nicht mehr oder umfangreichere Daten angeboten – nichts. Für ein privates Blog natürlich vollkommen unakzeptabel, professionelle Seiten werden sicherlich ebenfalls nicht von diesem „Angebot“ gebrauch machen.

Nun könnte man auch argumentieren, dass Analytics unglaublich viel mehr Daten kostenlos bietet – das halte ich aber für falsch. Natürlich kann sich Google erlauben, diese Daten der Welt kostenlos zur Verfügung zu stellen. Immerhin bietet die gute Integration von AdWords hier eine ideale Verbindung, Analytics wird somit zum Motor für neue AdWords Buchungen – und genau da wird dann eben doch wieder Geld verdient. Viel sogar.

Will sagen: Natürlich gibt es trotz Analytics eine Bereitschaft, Geld für sinnvolle oder passende Statistiktools auszugeben. Mint ist so ein Beispiel. Direkt nach dem Erscheinen habe ich Mint für drei meiner Seiten lizensiert – für jeweils $30 pauschal. Als unlängst die neue Version 2.0 angeboten wurde habe ich sofort upgegradet. Für weitere $15 (meine ich).

Warum aber ein Service, der wenig bietet und in nahezu 10 Jahren Existenz kaum Innovationen gebracht hat, meint, nur weil ich in den letzten Monaten mehr Besucher habe, den Preis für die gleiche Leistung so dramatisch anzuheben, kann ich nicht verstehen. Das einzige was an „Mehraufwand“ anfällt, ist die höhere Verarbeitung von Javascript Anfragen und deren Protokollierung. Da aber die Rechenleistung von Servern in der letzten Dekade so dermassen im Preis gefallen ist, kann diese Argument nicht wirklich bestehen.

Übrigens wird nicht etwa der gesamte Traffic seit Anbeginn der Zählung für eine Seite in diese Kalkulation einbezogen, das wären in meinem Fall dann lediglich knapp über tausend Besucher pro Tag, sondern nur ein Zeitraum von wenigen Woche/Monaten. Sprich, wer in den ersten Jahren wenig verbraucht hat, also quasi unter dem bezahlten Limit geblieben ist, kann das in Spitzen nicht mit dem aktuellen, höheren Wert ausgleichen.

Wie auch immer, mir liegt es eigentlich fern mich in den Chor der Blogger die sich über Firmen und Dienstleister beschweren einzureihen, in diesem Falle möchte ich nur vor dieser Politik warnen.

Für mich werde ich die Konsequenz ziehen, Webhits von heute an aus all meinen Seiten zu verbannen, und unseren Kunden ebenfalls dahingehend beraten. Analytics haben sie alle im Einsatz, wer zusätzlich Echtzeitstatistiken benötigt erhält von uns gerne eine kostenlos Mint Lizenz zusätzlich.

Und bevor sie im Nirwana verschwinden, hier noch ein paar Screenshots meiner letzten Daten aus Webhits:

Webhits

Webhits

Webhits

Webhits

Webhits

Webhits

Übrigens bei all dem Negativen und Ärgerlichen, eins zeigen diese Daten doch: Das agenturblog gibt es mittlerweile im vierten Jahr, die ältesten Artikel stammen aus dem August 2004 – und die Anzahl der Leser ist auch gestiegen. Mit jeweils über 100.000 Lesern in den Monaten Juli und August 2007 habe ich allerdings damals nie gerechnet. Vielen Dank für das Interesse!