Schmock – und Fusion Cusine: Tipps aus der aktuellen Capital

S

Eigentlich wollte ich auf dem Flug nach München die Süddeutsche lesen, die ich beim Boarden mitgenommen hatte. Allerdings habe ich dank verspäteten Eincheckens nur einen Mittelplatz zwischen zwei Mitreisenden in der vollkommen ausgebuchten Maschine bekommen – kein Platz für großformatige Tageszeitungen. Glücklicherweise fand ich an meinem Platz aber eine aktuelle Ausgabe der Capital – normalerweise nicht Teil meiner regelmässigen Lektüre. Neben einigen weniger interessanten Artikel und einer erschreckend unkritischen Kritik über die Weltbank fand ich am Ende des Magazin einen schöne geschrieben Bericht über fünf der aus Sicht des Autors spannendsten Restaurants mit Crossover oder Fusion Küche. Neben Johan Lafers Restaurant in der Stromburg wurden Köche und Küchen in Düsseldorf, Hamburg, Osnabrück (dazu bald mehr) und eben in München vorgestellt.

Zwischen meinen Terminen am Dienstag habe ich im Schmock einen Tisch reserviert und gleich Abends testen können, wie gut die Tipps der Capital sind – und bislang kann ich mich nicht beklagen. Gemeinsam mit Kollegen Thomas haben wir die israelischen Gerichte probiert: Zunächst jeweils die warmen und kalten Vorspeisen, danach zweimal die Lammkeule. Letzter überzeugt nicht nur durch ihre Qualität, sondern auch durch ein Arrangement von zwei Sossen, einer klassischen dunklen und einer hellen, aufgeschäumten Sosse, die im direkten Kontrast einen unglaublich frischen, unerwarteten Kräuter- und Minzkick gab. Dazu einen 2002er Pinot Noir aus der Golan Höhe. Und es war alles ganz wunderbar. In schönem, klassischem Ambiente und bei nettem und verbindlichen Service haben wir noch darüber diskutiert ob das Zuspielen von jiddischen Geschichten in den Waschräumen eine witzige Idee – oder vielleicht doch etwas zuviel ist. Ohne diese letze Frage abschliessend beantworten zu können – das Schmock ist sicherlich ein guter Tipp für Münchenreisenden. Es ist zwar nicht wirklich Fusion, aber zum Erweitern des eigenen kulinarischen Spektrums der israelischen bzw. arabisch angehauchten Küche jenseits von Falaffeln sicherlich ein guter, koscherer Ansatz.

4 Kommentare

  • „Pinot Noir aus der Golan Höhe“ – Ich hoffe wir erleben noch eine Zeit in der das nicht komisch, ein wenig spooky klingt.

  • Hallo,

    ich war selber schon mal im Schmock in München und kann die oben genannten Angaben nur bestätigen. Das Essen war klasse und ich würde zu jederzeit dort wieder essen!

    Mfg

Oliver Wagner von Oliver Wagner

Instagram