Fonts in Webseiten einbinden

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Da die aktuellste Version von Apples Safari es möglich macht, Schriften in Webseiten einzubinden, ist es an der Zeit, sich über den rechtlichen Rahmen und technische Möglichkeiten der Integration von Fonts jenseits der Systemschriften Gedanken zu machen. Die Fonts sollten dabei idealerweise nicht einfach für eine Verwendung ausserhalb der Site heruntergeladen werden können, das verbieten natürlich sämtliche existierenden Lizenzverträge. Ralh Herrmann hat sich dazu Gedanken gemacht und eine intelligente Lösung zur Dynamisierung und Verschleierung der Downloadadresse gemacht (Beispiel hier):

Um kommerzielle Schriften mit »font-face« benutzen zu können, würde man ein Lizenzierungssystem benötigen, das die dafür präparierten Fonts nur für bestimmte Domains freigibt. Dafür müssten sich allerdings Schriftentwickler, Browserentwicklung und das W3C an einen Tisch setzen und eine Lösung erarbeiten.

Natürlich wäre ein funktionierendes System in dieser Richtung eine große Bereicherung für uns Kreative. Die Möglichkeiten zur Nutzung von Typographie im Web würden schlagartig steigen (siehe dazu auch Gerrits Beitrag), allerdings scheint es technisch komplex zu sein, ein „sicheres“ System für die temporäre Nutzung eines eingebetteten Fonts zu entwickeln, denn nur das würde die Schriftenhäuser dazu bewegen, sich für neue Web-Lizenzierungsmodelle zu erwärmen.

5 Kommentare

  • Tja, es sieht wohl so aus, als würden wir in den nächsten Jahren weiterhin bei Arial und Co. (mit Fallback auf sans-serif, serif etc.) bleiben müssen.
    Das selbe mit CSS3. Selbst wenn es innerhalb der nächsten 2 Jahre offiziell werden würde, müssten wir wohl auf einige Browser warten, die alles richtig implementieren.

    Scheint als wären wir momentan an einem Bereich, in dem nicht viele neue technischen und brauchbare Entwicklungen auf uns zu kommen werden. Zumindest nicht aus dem Bereich für offene Standards.

    Gruß
    Phil

  • Also wenn ihr wollt, dass der Browser die Font-Dateien runterladen und nur auf der dazugehörigen Webseite darstellen kann und der Benutzer gleichzeitig keinen Zugriff auf die runtergeladene Font-Datei hat, dann ist das DRM in Reinform.

    Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich kenne die Sensibilität, sowie die äußeren und inneren Zwänge im Zusammenhang mit Schriften gut. Aber es ist nun einmal EXAKT die gleiche Situation in der die Musikindustrie ist und es sind EXAKT die gleichen Argumente.

    Ich glaube die Kreativen und die Gestalterindustrie denkt da noch viel zu sehr vom Print und seiner alten Ökonomie her. Text, Schrift und Schriften im digitalen Zeitalter verlangen – ganz genau wie alles andere, dass aus Bits ist – ZWINGEND nach einer neuen Ökonomie. Wir alle, die wir am Netz, am Digitalen arbeiten sind VERPFLICHTET, die Vorteile des neuen Mediums an die Menschen weiterzugeben.

  • Ben, natürlich bin ich bei Weitem kein Freund von DRM, das weißt Du. Allerdings sehe ich derzeit kaum andere Möglichkeiten, die Verleger von Fonts kurzfristig für ein anderes Modell zu begeistern. Wäre aber sicher eine gute Frage für Jürgen Siebert

  • […] Fonts in Webseiten einbinden : agenturblog.de … was nutzt die beste Erfindung, wenn sie fast nirgendwo sonst funktioniert … oder: wer hat schon Safari? selbst am Mac nutzen viele lieber den Firefox … (tags: software internet) […]

Oliver Wagner von Oliver Wagner

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