Eine Milliarde OpenID Accounts

Zwar wirkt es immer mehr so, als würden weniger offene Authentifizierungssysteme wie Facebook Connect oder auch Twitter oAuth mittlerweile eher das Rennen machen – um so bemerkenswerter die heute vermeldeten Zahlen von OpenID für das Jahr 2009.

Rund eine Milliarde OpenID Accounts sind verfügbar. Nicht, dass sie aktive genutzt würden, aber dies ist die theoretische Summe aller Nutzer der großen Plattformen, die mit ihren Credentials eine OpenID zur Verfügung stellen. Also bspw. AOL, Blogger, Flickr, Google, LiveJournal, MySpace, Verisign, WordPress, Yahoo, France Telecom, GMX/Web.DE, Hyves, Netlog oder auch Telecom Italia. Zusätzlich kündigten Unternehmen wie Microsoft, NTT Docomo, PBS und PayPal an, ihren Kunden ebenfalls als OpenID Provider zur Verfügung zu stehen und werden so zusätzlich hunderte von Millionen potentiellen OpenID Accounts entstehen lassen.

Mittlerweile bieten etwa 9 Millionen Webseiten und -services die Möglichkeit, sich mittels OpenID einzuloggen. Darunter unter anderem EMI, Zappos, Nike, Microsoft, Nokia, Random House, Sony BMG, Qype, Scout24 etc.

Insgesamt also durchaus positive Nachrichten hinsichtlich OpenID. Dennoch habe ich das Gefühl, dass durch den zusätzliche Zugriff auf Inhalte aus dem SocialGraph Systeme wir Facebook Connect oder das Login via Twitter für eine große Anzahl von Produkten künftig eine größere Relevanz haben wird, als sie OpenID bietet. Der theoretische Ansatz ist zwar ein anderer, aber da Nutzer der beiden letztgenannten System über die API automatisch ihre Freundeslisten, aktuelle Statusmeldungen und weitere Inhalte mitbringen ist die Attraktivität natürlich wesentlich größer. Bleibt abzuwarten welche Antworten OpenID auf diese Fragen in 2010 finden wird…

Kommentar (1)

  1. So sehr ich OpenID auch mag und unterstütze, so sehr führt die gestrige Meldung der OpenID Foundation in die Irre.

    1. Manche OpenID Provider sind als solche absolut nicht zu erkennen, z.B. GMX/Web.de. Die Technologie arbeitet im Hintergrund, aber bislang nur mit Facebook als Relying Party. Das ist eine reine bilaterale Geschichte zwischen den beiden Unternehmen, von der die Nutzer keinen Vorteil haben.

    2. Es liest sch natürlich gut, dass man sich mit einer OpenID bei großen Unternehmen wie EMI oder innovativen kleineren Unternehmen wie Qype mit OpenID anmelden kann. Die Realität zeigt uns da aber eher den RPX Logon Screen. Und im Falle von Qype hat man die explizite OpenID Anmeldung sogar aus dem Screen entfernt. Ja, MySpace, Yahoo und Google Logins basieren auf OpenID, aber es führt doch etwas in die Irre, wenn man den Blogeintrag der OIDF so liest.

    3. Manche Unternehmen wie z.B. Scout24 (FinanzScout24, ImmobilienScout24,…) beabsichtigen bislang lediglich OpenID einzusetzen. Im Fall von Scout24 wird das wohl ebenfalls RPX sein. Und da Scout24 eine 100% Tochter der Deutschen Telekom ist, kann man hin und wieder sogar lesen, die Deutsche Telekom unterstütze OpenID.

    Aus den genannten Gründen bin ich von dem Blogeintrag der OIDF eher enttäuscht, weil man hier nicht mit offenen Karten spielt. Schade eigentlich.

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