Was ist ein Blog wert?

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Der Schockwellenreiter hat ein seriöses Angebot zum Verkauf seines Blogs erhalten – und abgelehnt. Auch hier bei mir, viele viele Plätze in den Blogcharts weiter unten, traf vor einigen Tagen eine ernstgemeinte Anfrage zur Übernahme dieser Seite ein. Ich wurde gebeten, den Wert meines Blogs zu beziffern und einen Kaufpreis zu benennen, bei dem ich nicht ablehnen würde. Das habe ich nicht getan. Aus zwei Gründen. Zum Ersten möchte ich Agenturblog.de nicht verkaufen, macht es mir doch im Augenblick richtig viel Spass, hat mich mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt gebracht und ist mein digitaler Hub, in dem ich alles was mich interessiert und beschäftigt sammlen und wieder finden kann. Zum anderen hätte ich überhaupt keine Einschätzung zum Wert des Blogs treffen können. Dazu hat Robert heute früh einen interessanten Artikel veröffentlicht. Der Blog Herald wird im Augenblick versteigert, dabei sind Gebote bis zu $ 18.000 eingegangen. In der Diskussion rund um den Verkauf taucht die Frage auf, die auch für mich zentrale Überlegung war „Was ist ein Blog ohne den ürsprünglichen Blogger wert?“. Prägt er nicht den Stil und die Sprache eines Blogs? Wollen die Leser nicht seine Sicht der Dinge sehen? Was wäre ein Spreeblick ohne Johnny?

In der Diskussion bei Sitepoint wird sinniger Weise nach drei Kategorien unterschieden:

1. Personal: Personality is everything
2. Informational: Personality is helpful
3. News: Personality doesn’t matter

Bei der erstgenannten Gruppe, den persönlichen Blogs hängt alles am Betreiber, dieser ist nicht oder nur sehr schwer zu ersetzen. Seiten mit einem eher informations- oder newsfokussierten Inhalt mit persönlicher Prägung, ist es problematisch aber nicht unmöglich. In der dritten Gruppe, einem reinen Newsblog ist der Blogger sehr leicht austauschbar.

Was bedeutet das für mich? Verkaufen ist keine Option. Vermutlich würde ich das Agenturblog irgendwoe zwischen Kategorie eins und zwei ansiedeln, mit Tendenz zu letzterem. Wie sehr Ihr das als Leser? Sind für Euch die Informationen von Interesse, die hier ab und an veröffentlicht werden oder eher persönliche Details, oder mein Standpunkt zu aktuellen Entwicklungen?

9 Kommentare

  • wenn dir 1 Mio angeboten werden, nimm und bau 10 andere Agenturblog.de auf :-) Egal, wie eng das Blog mit Dir verzahnt ist.

    Ich denke, Dein Blog ist irgendwo zwischen 1-2 angesiedelt.

  • Zwischen 1 und 2 ist richtig. Und genau das macht Blogs wie deines ja so interessant für mich. In erster Linie, aber nicht nur, themenbezogen, erkennt man trotzdem den Blogger dahinter. Die meisten der Blogs, die ich lese, fallen in diese Kategorie (ich hoffe, meins auch ;-) Gruß, thSo

  • Eure Standhaftigkeit in allen Ehren, aber welcher Interessent ist so blöd ein Blog-Buy-out zu machen und den Autoren nicht für mindestens drei weitere Jahre zu verflichten? Jeder (Agentur-)Verkauf ist undenkbar, wenn die Lenker nicht an Bord bleiben. Ohne die sind Agenturen und mit Sicherheit auch Blogs absolut wertlos. Insofern würde mich interessieren, Oliver, was dich annehmen lässt, dass dies eine seriöse Anfrage war. BTW als ich mit Technoskop losgelegt habe, war meine klare Absicht das Ding an einen der beiden großen amerikanischen Gadget-Blog-Begtreiber zu verkaufen. Gizmodo hat mittlerweile einen (grauenhaften) deutschen Ableger, Engadget hält sich noch zurück. Wenn du den Interessenten abtreten möchtest, schicke ihn doch mal rüber ;-)

  • Ja, ich meine auch bei 1) und 2). Und: viele Blogs – wie deines – leben auch von der persönlichen „Note“. Personality makes content! Wie Robert sagt: für 1 Mio. verkaufen und dann das Kernstück, die Persönlichkeit, in andere Blogs einbringen. :-)

  • Sicher ist der Blogger ein sehr wichtiger Bestandteil eines Weblogs. Mal angenommen du hättest deinen agenturblog an eine ähnlich kompetente Person wie dich verkauft, würde er dann nicht trotzdem gut weiterlaufen?
    Meiner Meinung nach kann ein Käufer den ursprünglicher Blogger schon recht gut ersetzen wenn er ähnliche Qualitäten mitbringt. Es muss eben passen.

  • @Yves: Kein böser Wille, lediglich zu viele Links in Deinem Beitrag für meinen Spam Catcher. Da ich derzeit unterwegs bin, habe ich eben erst manuell freischalten können.

    Zu Deiner Frage, warum ich das Angebot für glaubwürdig hielt: Der Interessent war mir nicht unbekannt.

    Dir Danke ich für die offenen Worte hinsichtliche Deiner ursprünglichen Planung mit Technoskop. Interessant!

  • Danke Euch für die Kommentare.

    Seit Gewiss, bei solchen Summen gilt natürlich nur eins „Take the money and run“.

    Davon war aber nicht die Rede :-)

  • Der Wert eines Blogs für einen Käufer hängt von seinem Nutzen für den Käufer ab. Der kann unterschiedlich sein. Am wenigsten Risiko für den „Werterhalt“ eines Blogs geht der Käufer ein, wenn er den Kopf des Blogs für 1-3 Jahre weiterverpflichtet.

    Bei seriösen Kaufabsichten (eines Blogs bzw. ähnlicher Unternehmung) sollte übrigens der erste Vorschlag eines Kaufpreises immer vom Käufer kommen.

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