Crowdsourcing

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Das Aal Prinzip stellt die Basis und einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren für aktuelle Web 2.0 Seiten da. Nur eine signifikante Menge an aktiven Nutzern wird zu genug relevantem Content führen, der die Plattform dann für weitere Konsumenten und neue Publisher interessant macht.

Die Businessweek schreibt dazu:

Companies have been outsourcing to India and China for years. Now they are taking it to another level by using social networks such as MySpace, Second Life, and a multitude of virtual communities to solve their most gnarly business problems. Business model innovation is happening at a lightning clip. First there was outsourcing, then open-sourcing, and now crowdsourcing.

Doch woher die aktiven User, die aktive Crowd rekrutieren? Immerhin ist die Anzahl der publizierenden Nutzer, die wirklich interessante Inhalte beisteuern sehr gering, man spricht von der 1% Regel.

Lukasz Gadowksi hat auf dem CDTM Workshop einige der Zahlen von StudiVZ verraten. Demnach lag der Tipping Point, also die kritsiche Masse, aus der heraus dann ein schnelles Wachstum entsteht bei etwa 150 Studenten je Uni. Sobald diese Anzahl gewonnen war, ging es recht schnell, eine große Verbreitung zu erlangen – und somit immer interessanter und relevanter für potentielle neue Mitglieder zu werden.

Grundsätzlich gilt es zwischen zwei Arten von Aktionen zu unterscheiden. Der einfache Level, zu dem man viele User bewegen kann, ist die einfache Interaktion mit einem Produkt. Findet man etwas interessant und entscheidet sich beispielsweise einen Artikel zu lesen, so ist das für den User keine aufwändige Sache, die Information darüber, welche Inhalte besonders beliebt sind, ist jedoch für den Betreiber höchst aussagekräftig und kann in Toplisten, Charts oder dergleichen Münden. Wenn man zusätzlich noch etwas zum Kontext des Users weiß, können Verwandschaften zwischen einzelnen Inhalten hergestellt und sogar Verbindungen zwischen Nutzern geschaffen werden. Ganz einfach auf Basis der Interessen der einzelnen.

Schwieriger wird es, User zu motivieren, eigene Inhalte zu verfassen und einzustellen. Je größer der Nutzen des Users von dieser Interaktion ist, je leichter ist es, ihn zu dazu zu bewegen und aller Wahrscheinlichkeit nach steigt somit auch der Prozentwert publizierender Teilnehmer. Bestes Beispiel ist hierzu del.icio.us (und natürlich andere Social-Bookmarking Systeme wie Mister Wong oder auch die Lycos iQ Links), denn das Einstellen der eigenen Links geschieht zunächst (in den allermeisten Fällen) vor dem Hintergrund der Eigenmotivation gute Links später selbst leicht wieder finden zu können. Somit ist auch die Qualität des Taggens für den User selbst wichtig, denn auch das hilft ihm beim Erreichen seines primären Ziels.

Andere Faktoren, mit denen man die Crowd motivieren oder incentivieren, stellen beispielsweise Reputation, also soziale Anerkennung, oder eine prominente, exponierte Darstellung innerhalb einer Gruppe dar, aber auch die leichte, unkomplizierte und kostenfreie Bereitstellung von Technik oder Webspace kann einladen, Inhalte eben nicht auf dem eigenen Server, sondern auf einer Plattform dritter bereitszustellen.

Ein weiterer Grund kann auch die bereits thematisch oder medial ähnlich interessierte Userschaft innerhalb eines Angebotes sein. Natürlich findet man bei flickr, Youtube oder auch sevenload schnell User, die sich ebenso für bewegte Bilder oder Fotos interessieren, somit ist der Einstieg in den Dialog leichter und eine erste Audience von Anfang an vorhanden.

In diesem Umfeld lauern natürlich Gefahren für Unternehmen, defokussiert und ohne echten Mehrwert für die User zu starten:

The danger remains that companies will rush to set up consumer communities without carefully considering what they’re after and how they plan to use it. It is very easy for crowds to generate the lowest common denominator among solutions.

Smart crowdsourcing is about how we winnow the wisdom from the wash, and what we choose to do with it.

7 Kommentare

  • […] Why do I blog this? Als jemand der selbst versucht durch technische Campuslösungen die IT Landschaft im Education-Bereich zu bereichern (aktuell arbeite ich gerade an einem neuen Release von EverLearn), finde ich es beeindruckend, welchen Erfolg studiVZ offenbar hat und frage mich warum. Gerade was das “Soziale Netzwerk” angeht finde ich das natürlich interessant und versuche davon zu lernen. Ebenso wie openbc richtet sich die Lösung an eine ganz bestimmte Zielgruppe. Somit wird das auch ganz sicher für Marketing interessant sein, denn wer möchte nicht z.B. gezielt die Gruppe der “Studierenden” als Consumer ansprechen. Ich bin mal gespannt wie lange studiVZ noch werbefrei bleibt, oder ob die Netzwerk- und Personendaten in Kürze an Marketinganalysten verkauft werden. Als Studierender würde ich mir jedenfalls zweimal überlegen es zu nutzen. Die Freizügigkeit mit der persönliche Daten und Kontaktnetze offengelegt werden ist zumindest überdenkenswert! Ich ordne mich damit gerne in die Liste der Skeptiker ein, denn wie schreibt Falk Lüke im Zeit.de Blog so schön: “Es ist Zeit für eine neue Ehrlichkeit. Im Internet wird nichts mehr versteckt. Denn wir haben uns alle lieb und wollen uns nichts böses. Nichts zu verbergen, also auch nichts zu befürchten. Bis das erste Mal ein potenzieller Arbeitgeber die Bewerbung mit dem Vermerk ‘Sie haben die falschen Freunde’ zurückschickt.” Angesichts des beispiellosen Datenstrip der studiVZ-Nutzer für eine vermutlich durch sogenanntes CrowdSourcing im Aufbau befindliche Consumer Community, kann die Frage, ob studiVZ nun das neue Lehrveranstaltungssystem 2.0 wird derzeit aus meiner Sicht getrost verneint werden. Allein schon wegen des mangelnden Datenschutzes! Probleme bei der Jobsuche durch zuviele private Daten (Motto: “Schöne Partyfotos von Ihnen, trinken Sie öfter Alkohol?”), Highschool-Stalking, usw. all diese Dinge sind in den USA bereits bekannte Nebenwirkungen. Vielleicht sollte man dabei im Hinterkopf behalten, dass E-Business 2.0 über soziale Netze und “Attention Economy” funktioniert. […]

  • […] There is no doubt – one of the reasons why StudiVZ was so succesful compared to other social networks like Lokalisten.de, Unister.de etc., is because their founders were well-wired within the realms of elite-universities. According to some estimates about 90 percent of the students at elite unis (WHU, EBS etc) are members of StudiVZ, while at the ‘normal’ universities a far smaller percentage is signed up. Yet apparently the tipping point was when more than 150 students per university had signed up (see Agenturblog and comment here) […]

  • Erfolg hat man im Internet in der Regel nur, wenn man mit seiner Idee der Erste ist. Sofort nachdem eine Idee den Durchbruch geschafft hat, wird die Idee immer und immer wieder kopiert. In der Regel immer mit recht mäßigen Erfolg. Man denke nur mal an die Konkurrenz von Ebay oder die Nachahmer der „MillionDollarPage“. Letztendlich braucht man also auch im Internet eine zündende Idee. Eine neue Seite online stellen und hoffen, dass die User diese annehmen und Inhalte produzieren geht daher meiner Meinung nach nur selten auf.

Oliver Wagner von Oliver Wagner

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