Das ist doch mal eine Nachricht zum Jahreswechsel!
Die bislang mit einer Minderheitsbeteiligung über die Holtzbrinck Ventures GmbH (2 Mio EUR) beteiligte Holtzbrinck Gruppe übernimmt zum 2. Januar 2007 100% von StudiVZ. Der Kaufpreis wird auf über 100 Millionen EUR geschätzt und das obwohl mit 120 Millionen ein deutlich höheres Angebot der Springer AG vorlag.
Nun kann (und wird) man sicher trefflich darüber diskutieren ob (und wieviel) die gesamte negative Berichterstattung in der Blogosphäre die Unternehmer und Investoren gekostet hat und ob der Preis gerechtfertigt ist.
Wie will man den Wert einer solchen Seite messen? Innovationsgrad, technische Ausführung und geschicktes Händchen beim Communitymanagment sind sicher nicht die Stärken – bleiben also die User.
Bei etwas über einer Million angemeldeter Nutzer sind das also knapp 100 EUR pro User. Das ist kein wahres Schnäppchen.
Ein Blick auf die (grundsätzlich immer mit Vorsicht zu geniessenden) Alexa.com Zahlen zeigt die Entwicklung der Pageviews der letzten Monate, inklusive der “Ausfälle” im Dezember:
Die Übersicht über die Reichweite für den gleichen Zeitraum:

Einen Trend nach oben erkennt man aber bereits in den Grafiken. Hier wird das kommende Jahr zeigen, wie sich das Produkt als solches, insbesondere aber auch die Vermarktungsmöglichkeiten entwickeln. Denn 100 Millionen wollen sicherlich auch zeitnah wieder eingespielt werden.
Allen Unkenrufen zun Trotz, eins zeigt dieser Deal sicher: Auch in Deutschland ist Geld für Social Media Produkte zu verdienen, selbst für kopierte und schlecht exekutierte Ideen.
Die Investoren der ersten Stunden freuen sich bestimmt über den Exit:
Aaron Voloj Dessauer
Christian Vollmann
Christophe Maire
Dario Suter
European Founders Fund GmbH (Marc, Oliver und Alexander Samwer)
Holtzbrinck Ventures GmbH
Kolja Hebenstreit
Lukasz Gadowski
Matthias Spieß
Oliver Jung
Peter Schüpbach



Hallo Ihr lieben,
habe da eine gute Alternative zum StudiVZ gefunden, sind aber irgendwie super viele aus Brasilien drin:
http://www.stuxum.de
Viel Spass
Nat
Für 100Mio.Euro würde ich mich liebend gerne Spacko und uninnovativ nennen lassen.
Oli:
Haben wir nicht auch noch eine Idee in der Tasche?
Ich persönlich finde StudiVZ eine sauereri und verstehe den hype nichtim geringsten. Sogar einem Blinden sollte die allein schon optische “ähnlichkeit” (falls man das noch so nennen kann) zu facebook auffallen. Investionen in Projekte ja, aber dann doch bitte innovative, oder zumindest solche die es vorgeben zu sein :)
Gruß flo
In der den Berliner Zeitungen von heute wird eher von etwas über 50Mio und deutlich unter 100Mio gesprochen, trotzdem genug um ausgesorgt zu haben ;o)
Es wird oft übersehen, dass Holtzbrinck für den Kauf für 100 Mio wahrscheinlich immer noch mehr als die 120 Mio von Springer bezahlt hat. Für Holtzbrinck geht es ja nur darum die anderen Investoren/Teilhaber auszubezahlen, während Springer auch die Anteile von Holtzbrinck selbst hätte kaufen müssen …
Aber ist schon ne tolle Nachricht zum Jahreswechsel ;-)
Ich zitier mal aus dem studivz-blog:
“Unfassbar, drei Spacken, die mit Glück und Unverstand fürs Leben ausgesorgt haben.
Und ja, klar bin ich neidisch! Schließlich bin ich kein Spacko, der eigentlich unfähig ist, aber trotzdem Millionen kassiert.”
Recht hat der Kommentator :-)
Ich frage mich ernsthaft, was an so einer Internetseite 100 Millionen Euro wert sein soll. Wo ist da der Mehrwert, der einen derart hohen Betrag rechtfertigt? Auch nach längerem Suchen finde ich nichts in dieser Richtung.