Sony HOME – Second Life auf der Konsole

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Mit der aktuellen Generation der Playstation hat Sony das erste Mal ernsthaft Probleme in der Positionierung. Sowohl die erste PS als auch die PS2 waren zum Zeitpunkt ihres Erscheinens fast unangefochtene Marktführer, hinsichtlich der Technik, aber auch in Bezug auf das Sortiment an Spielen. Mit der neuen PS3 sieht das etwas anders aus. Zum einen ist es nicht sicher ob der gemeine Gamer wirklich ständig neue, stärkere und auch teurere Hardware möchte. Ausserdem dominiert die Xbox360 dieses Segment bereits deutlich. Und bringt gleich einen praktischen, über viele Jahre erprobten und in zahllosen Spielen bestens Integrierten Online Kanal mit. Dem hat bislang weder die PS2 noch die dritte Playstation Generation wirklich etwas entgegen zu setzen. Auch der unerwartete Erfolg von Nintendos Wii, die eben nicht auf Performance, sondern auf innovative Spiel und Bedienideen setzt trifft Sony. Und abschließend ist auch die Zwangsverbindung mit dem Blueray Laufwerk sicherlich nicht jedermanns Sache.

Es sieht also so aus, als bräuchte man dringend neue Ideen und Anreize um die Marktentwicklung wieder in die eigene Rchtung zu lenken. Und da Second Life derzeit in aller Munde ist, verschreibt man sich nun auch bei Sony dieser Idee…

Und auf den ersten Blick sieht das Paket das Sony dafür geschnürt hat gar nicht schlecht aus:

Viele Kritikpunkte, die ich gegenüber Secondlife geäussert habe löst Sony tatsächlich besser: Deutlich besseres Design, aktuellen Games entsprechende Bewegung der Charaktere, neben Chats können auch echte Gespräche geführt werden.

Zusätzlich bietet Home noch einige konsolenspezifische Features: Verabreden zu und Initiieren von Online Games, Showroom der eigenen Spieleerfolge etc.

Wenngleich ich mir durchaus vorstellen kann, dass Home sich wirklich als Showcase für die technischen Möglichkeiten, die virtuelle Welten mittlerweile bieten, etablieren könnte, fragt sich doch, ob die Einstieghürden nicht deutlich zu hoch sind, um auch nur Ansatzweise den erforderlichen Tipping Point zu erreichen. Neben der PS3 und einem Breitband-Internet-Zugang wird sicherlich auch das System als solches mit einer monatlichen Nutzungsgebühr verbunden sein.

Ab April diesen Jahres wird es eine erste Betaversion geben, der endgültige Launch ist für Herbst 2007 geplant und wird als kostenloser Download auf die Konsole kommen.

Hinsichtlich der Möglickeiten selbst kreativ zu werden, Dinge in Home zu erschaffen, analog zu den Möglichkeiten in Secondlife, ist noch nichts bekannt, ebensowenig ob es auch einen eigenen Wirtschaftskreislauf geben wird.

Siehe dazu auch:
_notizen aus der provinz: Sony bringt Second Life Clone auf PS3
Christian Stöcker bei SpOn
Sony Bluescreening
PlayStation Home revealed – Engadget
Alles gut? Second Life 2.0 from Sony?

6 Kommentare

  • Psst… Zuhören: Gleich am Anfang heißt es im Video „free of charge“ — d.h. PS3 plus Breitband reicht aus, weitere Gebühren sind erstmal nicht fällig.

  • Ich denke nicht, dass Sony sich „dieser Idee verschreibt“, weil aktuell „Second Life in aller Munde ist“. Ein Projekt wie Home stampft man nicht in einem Jahr aus dem Boden. Und Second Life ist erst seit etwas mehr als einem halben Jahr „in aller Munde“.

    Home ist einfach ein weiteres Zeichen dafür, das virtuelle 3D Welten eine sehr gute Metapher für die Online-Interaktion und auch die Selbstdarstellung online sind. Das zeichnet sich schon eine ganze Zeit lang ab. Virtuelle Welten sind ja nichts völlig Neues, das erst mit Second Life entstanden wäre. Dass solche Projekte aktuell gerne mit Second Life verglichen werden, ist eine typische plakative Vereinfachung (der auch ich mich schuldig bekennen muß). Ähnlichkeiten sind vorhanden. Aber auch große Unterschiede. Viele der Features, die zum Erfolg von Second Life beigetragen haben, werden bei Home nicht oder nur in verkrüppelter Form zu finden sein.

    Tatsächlich hat Home konzeptionell vielleicht mehr Ähnlichkeiten mit MySpace, IMVU und CyWorld als mit Second Life, was der äußere Eindruck („There/Second Life mit schickerer Grafik“) verdeckt.

    Die beiden größten Unterschiede:
    (1) Second Life wird von seinen Anwendern gestaltet (wie das Web). Und, wenn das nicht der Fall wäre, wäre es für die Mehrzahl seiner Anwender nur noch halb so spannend. Das kann Sony aber vermutlich nicht akzeptieren, weil es den jugendfreien Charakter des Produkts gefährden würde.
    (2) Während Second Life zumindest die Perspektive für ein offenes 3D-Web erkennen läßt, ist Home ganz gezielt abgeschlossen, ja sogar auf eine Hardwareplattform beschränkt – denn das ist ja der ganze Sinn des Projekts: einen USP für die PS3 zu schaffen.

    Ich will damit nicht sagen, dass Home schlecht wäre oder kein Erfolg wird. Ich bin von dem, was man bislang von der technischen Umsetzung sehen konnte, schwer beeindruckt. Als virtuelle Welt für PS3-Fans ist Home eine ausgezeichnete Idee. Die Integration mit online-enableten PS3-Spielen, Casual Games etc. ist dafür wunderbar. Ein von den Anwendern selbst gestaltetes Metaversum, das Teil des Internets ist, wird hier aber wohl – leider! – nicht entstehen.

  • Interessantes Feedback, Markus – in der Quintessenz liegen wir nicht wirklich weit auseinander.

    Allerdings glaube ich sehr wohl, dass man auf Basis einer definierten und homogenen Konsolenarchitektur und unter Zuhilfenahme von dafür geschriebener Entwicklungssoftware binnen weniger Monate durchaus eine Grundversion von „Home“ erstellen kann. 3D Modelling kann dabei wunderbar in IT-Billiglohnländer outgesourct und später wieder integriert werden.
    Und bis zur finalen Version im Herbst ist ja noch viel Zeit.

    Aber klar – ein Teil des offenen Webs wird Home so nie werden. Durch die hohen Eintrittsbarrieren (rund 600.- EUR für die Konsole) werden wir hier m.E. nach auch so schnell kein Massenphänomen sehen.

    Andererseits könnte Home natürlich das letzte, entscheidende Quentchen Überzeugungsarbeit leisten, um vielleicht doch zuzuschlagen. Und wer weiß – vielleicht sogar bei mir!

  • […] Wenngleich Markus Breuer und ich nicht immer einer Meinung sind was das Thema Second Life angeht, so kann ich dennoch das Whitepaper, das er zusammen mit Sebastian Küppers veröffentlicht hat, zur abendlichen Lektüre empfehlen. Auf rund 60 Seiten stehen zahlreiche Daten und Fakten rund um das Metaversum, interessante Case Studies und Best Practices machen das Dokument lesenswert – nicht nur für die Marketingabteilungen größerer Unternehmen, an die es sich zu Akquisezwecken natürlich auch wendet. […]

  • […] versucht auch Sony mit HOME. Fraglich jedoch ob die Benutzer gewillt sind, eine monatlich Benutzungsgebühr zu […]

  • Pedro Meya Marty - Agentur für Virtuelle Welten wie Second Life » Blog Archive » Sony Home Public Beta noch in diesem Jahr? sagt:

    […] Launch von Sony Home, das Second Life aus der Konsole, wurde schon einigie Male angekündigt – und dann wieder verschoben… Der neuste […]

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