Trendreport zu Facebook Applikationen

Die Öffnung von Facebook für Applikationen Dritter war – wie man mittlerweile mit Gewissheit sagen kann – eine der wegweisendsten Entwicklungen in diesem Jahr. Seit dem Sommer haben viele Entwickler von dieser Möglichkeit gebrauch gemacht und knapp 10.000 Tools geschrieben, die ganz neue Interaktionsformen möglich – und teilweise immens populär gemacht haben.

Asi Sharabi hat sich unter Zuhilfenahme der Daten von Adonomics die Mühe gemacht und sehr detailliert aufgeschlüsselt, welche Motive die Nutzer verfolgen, welche Tools sie nutzen – und warum: The Facebook Application Trend Report #1.

Grundsätzlich kann man Asi Sharabi folgend die Apps in drei Kategorien aufteilen:

  1. Identitätsaufbau: 43%
  2. Phatische (bzw kontaktknüpfende/-erhaltende) Kommunikation: 37%
  3. Andere: 20%

Identitätsaufbau
In diese erste Gruppe fallen die Apps, die helfen das eigen Profil zu Individualisieren um die eigene Identität wieder zu spiegeln – oder uns so zu präsentieren, wie wir gerne wahrgenommen werden wollen:

Smarter people already noted that large part of social networking activity is for the sake of working, tweaking and exercising our identities. Our facebook profiles are both extension of self and a public platform where we actively search and reflect both who we are, and who we want to be perceived as.

Diese erste Kategorie unterteilt Sharabi weiter in Subkategorien. Neben der reinen Selbstdarstellung gilt seine Interesse vor allem der Wahrnehmung durch andere:

The second sub-category (24%) and the more fascinating to my view are what you can call ‘through others’ or, collective identity formation – those are the applications where the user invites others, his/her friends to take part in his/her identity formation. Mead wrote extensively on how our knowledge of ourselves depends upon what (and that) others know about us. Or, in other words, we find ourselves when and how others find us.

(..) These application enable exactly that. Define Me is the classic case in point: “Define Me allows others to anonymously list words that define you. The words are then displayed on your profile in a cloud, with the most common words appearing larger to offer an honest look at how others really view you”.

(..) In other words, we invite and are invited to participate in these big-brother-like interactions, expecting to be both participants and viewers of our own show. It is a perfect double-edge social sword that has the potential to increase as well as relief our social anxieties, and we find it very appealing!

Phatische Kommunikation
Der zweite Bereich erfüllt im wesentlichen den Bedarf an Kommunikation, ohne dass dabei Informationen im Zentrum stehen. Es geht eher um Lebenszeichen, kleine oder größere kommunikative Signale, das Lausen der Affen (um mit Andreas Weigends Worten zu sprechen):

1. I exist.
2. I’m ok.
3. You exist.
4. You’re ok.
5. The channel is open.
6. The network exists.
7. The network is active.
8. The network is flowing

Weit über 1.000 Applikationen befassen sich mit der Übermittlung dieser Signale zwischen Poken, Superpoken, Geschenken, Drinks, Zombies und dergleichen.

Die anderen
bestehen im wesentlichen aus Tools zur Organisation von Freundschaften und Netzwerken, zusätzlichen Kommunikationstools und Spielen.

Sehr interessante Übersicht, Asi hat bereits einen zweiten Teil angekündigt, in dem er sich mehr de Verbreitung und Nutzungsintensivität der Top 1.000 Apps zuwenden möchte. Auch das sicherlich sehr interessant:

although they have millions of users installs they nevertheless have very few percentages of daily active users. In fact, not more than a quarter of the 100 most popular applications have more than 10% daily active users.

Kommentare (2)

  1. …und unübersichtlicher wird Facebook durch die Applikationen leider auch. Vor lauter Sticky Notes, Walls, Super Walls, Super Fun Walls, Super Super Walls, App hier und App da verliert man meiner Ansicht nach immer mehr den Überblick. Vor lauter herumclicken, wer wieder wo in welcher App auf welcher Wall welchen Kommentar geschrieben hat,kommt man zum eigentlichen Sinn und Zweck von Facebook – nämlich mit Menschen zu kommunizieren und zu netzwerken, mit denen man Kontakt halten möchte. Schöne neue – überflüssige – Netzwelt.

  2. bin seit ein paar Monaten bei Facebook und habe nicht die Zeit, die tausende von Applications zu finden und testen und anzuwenden. Komm noch nicht mal mit, was die Leute mit mir ständig machen, da wird man hier gepoket, da als Tier verkauft und was weiß ich nicht noch alles… Und ob ich Nachrichten bekommen habe seh ich auch immer nciht wirklich. Finde die ganzen Applications zu viel. Mag ja sein das nützliche dabei sind, mir ist noch keine aufgefallen.

Kommentare sind geschlossen.