Verstopfen Blogs das Internet?

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Eine dämliche Frage die in wesentlich eloquentereren Formulierung in den letzten Jahren schon hinreichend und mitunter auf sehr hohem Niveau diskutiert wurde. Aber scheinbar nicht dämlich genug um in der aktuellen Ausgabe der Tomorrow zur Diskussion gestellt zu werde. Und für etwas Aufmerksamkeit lässt sich hier gerne Lars Christian Cords vor den kontroversen Karren spannen und vertritt scheinbar bar jeder Kenntnis die Pro Seite in der Diskussion. Im Januar 2005 habe ich mit dem Partner der PR-Agentur fischer Appelt hier im Blog schon mal über seine damals veröffentlichten merkwürdigen Ansichten zu Blogs gesprochen.

In der Tomorrow lässt sich Cords wie folgt zitieren:

Die große Zeit der Blogs ist passé. Sie werden endlich als das wahrgenommen, was sie sind: Egozentrische Selbstreflexionen mit dem Nachrichten- und Lesewert eines Teenie-Tagebuchs. (…) In der Flut meist lausiger Informationen, die zum größten Teil in Blogs zu finden sind, fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

Man muss wissen, dass Cords derzeit die zweite Welle der Kampagne „Du bist Deutschland“ betreut, um seine Motive besser verstehen zu können. (vgl. die Reaktionen zur ersten Kampagne 2005 hier). Ob diese Perspektive Erklärung genug für die Beantwortung der Frage ist, warum jemand der sich als professioneller Kommunikator verdingt so Unwissend in Themenfeldern auftreten darf/kann/sollte, die mittlerweile Teil der fachlichen Kompetenz und auch Klaviatur entsprechender PR-Agenturen sind bzw. sein sollten, weiß ich nicht. Sicherlich polarisiert und positioniert es – und noch gibt es bestimmt Auftrageber, die genau diese Warte durch Ihre Agenturen vertreten sehen wollen. Aber bestimmt nicht mehr viele. Und nicht mehr lange…

Nachtrag: Es handelt sich bei der mir von Burda heute übersandten Ausgabe der Tomorrow übrigens um den Relaunch des Heftes, das mit dem Titel Wie das Web die Welt rettet aufmacht und Artikel in sehr unterschiedlicher Güte präsentiert. Der Tiefpunkt ist aber sicher der hier angesprochene Diskurs auf Seite 3.

Kommentare (6)

  1. mal abgesehen davon, dass die Idee eines Printmagazins über das Web an sich schon recht abstrus ist, zeigt die Frage, dass man dort offensichtlich keine Ahnung hat, worüber man schreiben könnte.
    Man sollte sich dort mal die Wired zu Gemüte führen.

  2. Ich finde man sollte den Artikel gar keine Beachtung schencken. Das ist doch was die Redaktion will !
    In Deutschland wird sehr viel Misst über Blog’s und Web 2.0 erzählt. Erstens weil die Leute die darüber schreiben Ignoranten sind. Ausserdem sehe ich ein Aufzappeln der Printmedien, die schon auf den Mann mit der Sense warten.
    Naja von einem Cords habe ich noch nie was gehört…. Vielleicht ist er ja die Kollektive Inteligenz ?
    Die Frage ist warum Blogs das Netz verstopfen ?
    Wohl nicht mit CDN Traffic Stats beschäftigt….?

    OH GOTT Deutschland ist echt voller Noobs……

  3. Ich habe mal einen Artikel zum Thema „Wie bekomme ich Aufmerksamkeit“ gelesen. Einer der ersten Tipps war: „Beleidige ein paar bekannte Blogger oder am besten gleich die Blogsphäre insgesamt“. :-)

    Allerdings verstehe ich nicht den Zusammenhang zwischen „Du bist Deutschland“ und der Sinnhaftigkeit von Blogs. Mal abgesehen davon, dass beides mit der selben Person zusammen hängt und irgendwie etwas mit Kommunikation zu tun hat, ist so ein bißchen wie mit den Äpfeln und den Birnen.

  4. Denke ich auch: Man möchte die Aufmerksamkeit der Blogs durch solch krude Fragen! Ganz schwach von der Tomorrow-Redaktion. Von Cords ganz zu schweigen.

  5. Ich finde das ist quatsch, das die blogs das internet verstopfen. Es gibt soviel verschiedene Blogs mit unterschiedlichem Aufbau. Die einen schreiben öfters über die neusten Nachrichten die anderen über sich selbst z.B. was sie im Urlaub erlebt haben usw. Und ich bin der Meinung, das die Zeit der Blogs noch lange nicht vorbei ist.

  6. Pingback: Internet-heute » Kinderpornos

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