Picnic 2007, Tag 1

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Sollte man sich manchmal fragen, warum man immer wieder zu nahen und fernen Konferenzen reist, unglaublich früh aus dem Bett fällt, Stunden in vollen Zügen und Tage fern des eigentlichen Arbeitsplatzes verbringt – die Picnic 2007 könnte auch in diesem Jahr eine ganze Reihe an guten Antworten darauf bereithalten.

Photosynth ist ein Produkt das auf der Technik Seadragon der von Microsoft Anfang 2006 gekauften Firma von Blaise Aguera y Arcas beruht. Dabei schafft es das Tool, aus Bildern die am gleichen Ort aufgenommen wurden ein dreidimensionales Modell der Location zu berechnen und die einzelnen Bilder passend einzuordnen. Sogar die Perspektive der jeweiligen Fotografen kann gezeigt werden. Noch etwas interessanter fand ich dabei die Basistechnologie Seadragon. Wahlweise als lokale oder webbassierte Applikation vermag es, große Bildarchive schnell erfassbar zu machen. Rein und Rauszoomen selbst in hunderte von Megabyte große Dokumente in Echtzeit. Dabei liegt der Schlüssel dabei in einem Algorithmus, der immer nur den momentan sichtbaren Bereich lädt, also nie die ganze Datei anfordert (ähnliche Google Maps/Earth). Womöglich schon in absehbarer Zeit verfügbar.

Jonathan Harris präsentierte seine Arbeiten We feel fine, Universe und das noch nicht online verfügbare Whale Hunt. Allesamt sowohl von der konzeptionellen Seite, als auch von der Art der Umsetzung ganz wunderbar und sehr inspirierend.

Picnic 2007

Ein anschließendes Panel zu sozialen Netzwerken fand unter Teilnahme von Jyri Engstöm (Jaiku), Felix Petersen (Plazes), Matt Biddulph (Dopplr), Raymond Spanjar (Hyves) und Biz Stone (Twitter) statt. Eingangs stellte Jyri nochmals seine These zu Social Objects, den verbindenden Elemente von sozialen Netzwerken vor (siehe auch hier) und brachte direkt zu Beginn des Panels den Wunsch nach Öffnung der des Social Graphs auf. Dabei verwies er auf das auch hier bereits neulich angesprochene Essay von Brian Fitzpatrick zu diesem Thema. Und mit der Frage nach dem Willen zur Öffnung der jeweiligen Plattformen schloss auch das Panel. Leider konnte keiner der fünf eine gute, zukunftsweisende Antwort geben und eine Öffnung, die über die derzeit bereitgestellten APIs hinausgeht signalisieren. Immerhin nutzt Dopplr (siehe auch hier) bereits OpenID optional zur Autorisierung. Aber das hartnäckige Nachfassen der Moderatorin Linda Stone zeigt, wie wichtig und emergent das Thema ist. Rund um portable soziale Netze findet am Freitag noch ein zweistündiger Workshop statt, auf den ich mich schon sehr freue.

Picnic 2007

Den Abschluss bildetet heute David Silverman, Regisseur der Simpsons Serie und des Films, sowie von Ice Age und Monster. Er zeigte einige Making Offs, Outtakes und Produktionsscribbles, spielte Tuba – und das sorgte in dieser Kombination natürlich für einen extrem kurzweiligen Vortrag.

Abgesehen von Kopfschmerzen, Kälte und Regen in Amsterdam, sowie einer anklingenden Erkältung kann ich mich also nicht beschweren, Networking und Party fielen den letztgenannten Umständen geschuldet heute allerdings aus….

Einen Livestream der Veranstaltung gibt es übrigens hier.

Ein Kommentar

  • […] Öffnung des Dienstes befragt wurde – und er hielt sich dabei erwartungsgemäß sehr bedeckt. Aus seiner Sicht zurecht. Eine Öffnung für derartige Standards würde Twitter von […]

Oliver Wagner von Oliver Wagner

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